Sonntagmorgen im Bad

Scheint´s kommen mir die Ideen für meine Artikel öfter Sonntagmorgens im Bad.
Wieso das so ist, kann ich gar nicht sagen. Es ist aber so.
Nun, was hätten wir denn heute im Angebot.

Ich war unter der Dusche und habe erst mich und dann meine Haare gewaschen. Es kann auch andersherum gewesen sein, aber schlussendlich kommt es auf das Ergebnis an. Ich bin sauber, blütenfrisch und glänze.

Halt Stopp wir sind doch hier nicht in einer Waschmitttelwerbung. “Mutti, Mutti, er hat gar nicht gebohrt!”  “Der G2-Tandem so gründlich, so glatt..”……… *Reset*

Ich stehe frischgeduscht vor dem Spiegel und mach Morgenroutine.

“Morgenroutine” – das habe ich aus Youtube Videos aufgeschnappt. Bekanntlich guckt ich in letzter Zeit Youtube Videos. Ist das nicht toll? Viele neue Wörter für altbekannte Dinge. Mit anderen Worten, ich schmiere mir Creme ins Gesicht.
Die Kombination Creme und Gesicht ist auch was Neues für mich, das mache ich in letzter Zeit. Morgens und Abends, meistens aber Abends, weil ich morgens so faul bin.
Über Creme und Gesicht könnte ich auch mal was schreiben…….*denk*

Ich stehe also immer noch da, erst frisch geduscht, dann mit Creme im Gesicht, und schaue so an mir runter. Und da passiert es! Ich habe einen Gedanken!
Was könnte das nur sein, fragt sich die weltweite Leserschaft?
“Ich habe gerade nichts an”, außer einem Handtuch, das man aber ganz leicht ausziehen kann, “da könnte ich mich ja mal auf die Waage stellen.”
Args, da war er der Gedanke. Der Gedanke, den kein Mensch braucht und ich schon gar nicht. Fühle ich mich doch in letzter Zeit so unproportional. Ich habe so viel Bauch und so wenig drumherum. Nee, ich habe bestimmt wieder drei oder vier Kilo zugenommen.

Morgenroutine - oder Creme im Gesicht
Morgenroutine – oder Creme im Gesicht

Dazu muss man sagen, dass ich unbeabsichtigt in lezter Zeit tatsächlich drei oder vier Kilo abgenommen hatte. Unbeabsichtigt, das Zauberwort. Das kann ja jeder sagen. Das natürliche Abnehmen ohne etwas dazu zu tun. Der Wunschtraum schlechthin. Das ist wie “Ich ernähre mich gesund und schlafe viel, deshalb habe ich keine Falten.”, während man gleichzeitig den Scheck für den Schönheitschirurgen ausstellt.
Nun, es war aber so. Vielleicht hat es was mit meiner vermehrten Aktivität zu tun, da ja meine Schildkröte einen hormonellen Tritt in den Hintern bekommt.
Beabsichtigt nehme ich nicht ab. Das klappt bei mir nicht.
Nicht-Abnehmen könnte natürlich vielerlei Gründe haben. Einer ist wohl, dass ich es gar nicht erst versuche. Klar, wäre ich gerne “Uhu” – landläufig für unter Hundert – aber das werde ich sicherlich nicht schaffen. Dafür müsste ich ein Fünftel meines derzeitigen Körpergewichtes abnehmen.
Wage sich Einer, das auszurechnen.

Nein, Abnehmen steht nun wirklich nicht auf meinem Plan. Ich gebe mir Mühe nicht zuzunehmen. Das ist doch auch schon mal ein Ziel. Und das klappt derzeit ganz gut. Aber es gab Zeiten, da klappte das gar nicht. Deshalb trage ich jetzt Kleidergröße 52-54. Ist halt so. Muss ich mit leben. Meistens kann ich es auch ganz gut.

Ich stehe also weiterhin da und diesmal auf der Waage.
“Nein, ich mache meine Augen nicht auf! Nein, ich gucke da nicht hin”. Ich könnte ja den Ehemann fragen, ob der mal guckt. Besser nicht, der soll nicht so genau wissen wie fett seine Frau ist. Der Ehemann soll mich zwar Pfundweise lieben, aber er muss die Anzahl der Pfunde ja nicht kennen. Der Ehemann darf schätzen. Bei meinen Kilos kommt es auf das eine oder andere verschätzte Pfund weniger nicht an.
Irgendwann mache ich die Augen dann doch auf und glaube selbigen nicht. Habe ich doch tatsächlich ein Kilo weniger als noch vor einiger Zeit. Das verstehe ich nicht. Ich fühle mich doch so unproportional.
Kann es sein, dass ich an irgendwelchen Stellen abgenommen habe, die man nicht sieht? Die sind natürlich nicht am Bauch. Das ist ganz klar.
Sehe ich deshalb so unvorteilhaft aus?

Ich kann es nicht sagen.

Verschiebt sich das Speck von der einen unvorteilhaften Stelle an eine andere? Mag mich mein Körper ärgern, weil er einfach unbedingt unförmig aussehen will?
Manchmal könnte man es meinen. Da kauft man sich ein neues Kleid, weil man gerade mal so richtig, ganz doll also echt gut aussieht. Und plötzlich ist er doch wieder da, der Speckbauch. Grad eben als man noch ganz unvorteilhaft in schlabbriger Jeans und schlumpfigem T-Shirt rumgelaufen ist, war er noch nicht da.
Ganz blöd ist auch, wenn man dann noch den falschen BH erwischt hat. Wenn der BH zusätzlich  noch den Busen zusammendückt und man “Platt wie eine Flunder” aussieht.  So eine Optik ist einem hervorquellenden Bauch auch nicht wirklich zuträglich.

Ich könnte ja mal in mich und mein Speck gehen und fragen, ob mich mein Körper wirklich ärgern will.
Ach, alles Quatsch! Ich steige jetzt von meiner Wage, ziehe mir das schlabbrige T-Shirt und die schlumpfigen Jeans an und geh erst mal Frühstücken. Der Kaffee wartet schon auf mich in der Küche. …..und Croissants und Marmelade sind auch noch da.

Sonntagmorgen im Bad
Sonntagmorgen im Bad

 

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